Lesermeinungen zu randnotizen
Soldatenmutter: ... Ich habe lange gezögert
... wochenlang darüber nachgedacht, voller zweifel ... jetzt habe ich es doch gelesen ...
bin sehr berührt... habe geweint ... gelächelt.... versucht, zu verstehen ...
nachzuvollziehen, wie dieses leben in zwei welten funktioniert ...
schenke es jetzt meinem sohn ... in der hoffnung, dass er gefühle bewahren kann ...
zeigen kann ... nicht zerbricht
danke
silke ...
bin sehr berührt... habe geweint ... gelächelt.... versucht, zu verstehen ...
nachzuvollziehen, wie dieses leben in zwei welten funktioniert ...
schenke es jetzt meinem sohn ... in der hoffnung, dass er gefühle bewahren kann ...
zeigen kann ... nicht zerbricht
danke
silke ...
All dies so auszudrücken, dass es auch jemand versteht der nicht dort war ist die Hohe Schule...
Viele Eindrücke, viele Erfahrungen und verschiedenste Gefühle, all dies
nach Rückkehr aus dem Einsatz auszudrücken ist schwer. All dies so
auszudrücken, dass es auch jemand versteht der nicht dort war ist die
Hohe Schule.
Uwe D. hat es gekonnt verstanden die Probleme und Ängste der Soldaten auszudrücken. Es ist ein Buch geworden, das man lesen muss. Es macht deutlich mit welchen Sorgen und Nöten der Soldat - meist allein - klar kommen muss. Dabei wird niemand an den Pranger gestellt und keine schmutzige Wäsche gewaschen.
Es ist schön, dass es jemand geschafft hat, mal auszudrücken was fast alle denken. Daß dies auch noch in einer gestalterisch erstklassigen Form gelungen ist, macht dieses Buch zu einem Erlebnis.
Paule P.
Soldat (war fünf mal in AFG im Einsatz)
Uwe D. hat es gekonnt verstanden die Probleme und Ängste der Soldaten auszudrücken. Es ist ein Buch geworden, das man lesen muss. Es macht deutlich mit welchen Sorgen und Nöten der Soldat - meist allein - klar kommen muss. Dabei wird niemand an den Pranger gestellt und keine schmutzige Wäsche gewaschen.
Es ist schön, dass es jemand geschafft hat, mal auszudrücken was fast alle denken. Daß dies auch noch in einer gestalterisch erstklassigen Form gelungen ist, macht dieses Buch zu einem Erlebnis.
Paule P.
Soldat (war fünf mal in AFG im Einsatz)
(Quelle: Amazon 27.11.08)
M. Theemann: Ein Buch für ruhige Stunden - bewegend und fesselnd zugleich...
Ein wiklich bewegendes und fesselndes Buch - wie gemacht für die ruhigen Stunden und nachdenklichen Momente im Leben. Der Autor gibt hier bereitwillig einen offenen und tiefen Einblick in seine Gedankenwelt - oder anders gesagt, er lässt uns teilhaben an seinen Gedanken, Gefühlen und den Dingen die Ihn bewegen. Als Leser ist man bisweilen tief ergriffen bis bewegt, fasziniert und neugierig, amüsiert und zugleich schockiert über das Erzählte. Ein Buch mit viel Offenheit und Tiefgründigkeit, dabei schnörkellos und glaubwürdig - ich bin mir sicher, dass dieses Buch vielen Menschen eine Hilfe sein wird, die sich in ähnlichen Situationen befinden und das es vor allem für Soldaten im Einsatz und deren Angehörige eine wichtige Lücke schließen kann, das Verständnis schafft und ausdrücken hilft, was mancher nicht selber benennen kann - ein Buch, das Wirkung hat und nachwirken wird.
Freundin eines Soldaten: Ängste und Sorgen, eine Thematik mit vielen Emotionen beladen, denen das Buch gerecht wird...
...man kann es nicht einfach durchlesen, man muss sich Zeit nehmen, es
zwingt einen zur Ruhe, man muss sich mit dem Buch auseinandersetzen...
Wo ich mir doch angewöhnt hatte, Bücher nur noch zu überfliegen und nur die wichtigsten Informationen zu erfassen, um Zeit zu sparen, bringt mich das Buch dazu wirklich zu lesen...hatte fast vergessen wie schön das ist.
Der Geruch, das Gefühl ein neues Buch in den Händen zu halten und dann das Bedürfnis alles auf einmal sehen zu wollen...das Buch drehen und wenden und doch nicht alles erfassen zu können...ich liebe Bücher.
Ich habe mich in vielem wieder erkannt...auch wenn es mich ja eigentlich so gar nicht betrifft...einen Auslandseinsatz haben wir noch nicht hinter uns...
Als Freundin eines Soldaten treffen mich die Worte und bringen mich zum Nachdenken.
Viele Fragen die aufkommen, die nicht direkt beantwortet werden und doch nicht offen bleiben...Ängste und Sorgen, eine Thematik mit vielen Emotionen beladen, denen das Buch gerecht wird.
Auf eine ganz eigene Art und Weise wird das ausgedrückt was einen auch als Angehöriger beschäftigt...es beschönt nichts und doch nimmt es einem nicht den Mut.
...Einblicke in Welten...die einem verschlossen scheinen...und doch auf eine Weise vertraut sind...
J. T. Freundin eines Soldaten
Wo ich mir doch angewöhnt hatte, Bücher nur noch zu überfliegen und nur die wichtigsten Informationen zu erfassen, um Zeit zu sparen, bringt mich das Buch dazu wirklich zu lesen...hatte fast vergessen wie schön das ist.
Der Geruch, das Gefühl ein neues Buch in den Händen zu halten und dann das Bedürfnis alles auf einmal sehen zu wollen...das Buch drehen und wenden und doch nicht alles erfassen zu können...ich liebe Bücher.
Ich habe mich in vielem wieder erkannt...auch wenn es mich ja eigentlich so gar nicht betrifft...einen Auslandseinsatz haben wir noch nicht hinter uns...
Als Freundin eines Soldaten treffen mich die Worte und bringen mich zum Nachdenken.
Viele Fragen die aufkommen, die nicht direkt beantwortet werden und doch nicht offen bleiben...Ängste und Sorgen, eine Thematik mit vielen Emotionen beladen, denen das Buch gerecht wird.
Auf eine ganz eigene Art und Weise wird das ausgedrückt was einen auch als Angehöriger beschäftigt...es beschönt nichts und doch nimmt es einem nicht den Mut.
...Einblicke in Welten...die einem verschlossen scheinen...und doch auf eine Weise vertraut sind...
J. T. Freundin eines Soldaten
FzF-Userin S.: ... restlos begeistert!!
Hallo Uwe,
Hallo Simone!
Ich zog mich mit dem Buch ins stille Eck zurück, Fernseher aus, Handy aus, Anrufbeantworter an, las Texte, sah mir Bilder an, blätterte weiter und wieder zurück, las einige Texte ein zweites und drittes Mal, weil sie mir so vertraut sind/waren. Es ist erstaunlich wie sehr ich mich in diesem Buch wiederfinde und zugleich - nicht weniger erstaunlich, wie sehr ich meinen Freund (Berufssoldat) und sein Verhalten in diesem Buch wiederfinde. Jeder der bereits einen Einsatz hinter sich hat, egal ob zu Hause an der „Heimatfront“ oder fern ab der Heimat in einem fremden Land, wird sich in dem Buch wiederfinden und verstanden fühlen! Das Buch zog mich von dem Moment an, als ich davon erfuhr, in einen Bann und ich befinde mich immer noch in diesem Bann. Es lässt mich nicht mehr los, im positiven Sinne! Ab und zu blieb ich mit meinem Blick an gewissen Textstellen und Bildern „kleben“, ab und zu musste ich schmunzeln, ab und zu musste ich den Kloß im Hals schlucken, ab und zu habe ich mit Tränen gekämpft, teilweise war ich verblüfft über manchen Text den ich las, denn es kam mir vor als schriebst Du meine persönlichen Erlebnisse und Eindrücke nieder, nur zwo Dinge war ich die gesamte Zeit des Lesens, Sehens und Verstehens: gespannt auf die nächste Seite, gespannt auf das nächste Bild, gespannt auf den nächsten Text und vor allem restlos begeistert!! Auf unkonventionelle Art und Weise wurden Texte und Bilder miteinander verknüpft. Ein Glanzstück in meinem Bücherrepertoire, welches ich mir wohl immer wieder zu Gemüte führen werde, vor allem, wenn wieder einmal das Gefühl des Nichtverstehens des Soldaten und des nicht verstanden werden meiner Person aufkommt!
Ich danke euch von ganzem Herzen für dieses Werk!
Liebe Grüße
S.
(Quelle: Gästebuch Randnotizen vom 05.11.2008)
Hallo Simone!
Ich zog mich mit dem Buch ins stille Eck zurück, Fernseher aus, Handy aus, Anrufbeantworter an, las Texte, sah mir Bilder an, blätterte weiter und wieder zurück, las einige Texte ein zweites und drittes Mal, weil sie mir so vertraut sind/waren. Es ist erstaunlich wie sehr ich mich in diesem Buch wiederfinde und zugleich - nicht weniger erstaunlich, wie sehr ich meinen Freund (Berufssoldat) und sein Verhalten in diesem Buch wiederfinde. Jeder der bereits einen Einsatz hinter sich hat, egal ob zu Hause an der „Heimatfront“ oder fern ab der Heimat in einem fremden Land, wird sich in dem Buch wiederfinden und verstanden fühlen! Das Buch zog mich von dem Moment an, als ich davon erfuhr, in einen Bann und ich befinde mich immer noch in diesem Bann. Es lässt mich nicht mehr los, im positiven Sinne! Ab und zu blieb ich mit meinem Blick an gewissen Textstellen und Bildern „kleben“, ab und zu musste ich schmunzeln, ab und zu musste ich den Kloß im Hals schlucken, ab und zu habe ich mit Tränen gekämpft, teilweise war ich verblüfft über manchen Text den ich las, denn es kam mir vor als schriebst Du meine persönlichen Erlebnisse und Eindrücke nieder, nur zwo Dinge war ich die gesamte Zeit des Lesens, Sehens und Verstehens: gespannt auf die nächste Seite, gespannt auf das nächste Bild, gespannt auf den nächsten Text und vor allem restlos begeistert!! Auf unkonventionelle Art und Weise wurden Texte und Bilder miteinander verknüpft. Ein Glanzstück in meinem Bücherrepertoire, welches ich mir wohl immer wieder zu Gemüte führen werde, vor allem, wenn wieder einmal das Gefühl des Nichtverstehens des Soldaten und des nicht verstanden werden meiner Person aufkommt!
Ich danke euch von ganzem Herzen für dieses Werk!
Liebe Grüße
S.
(Quelle: Gästebuch Randnotizen vom 05.11.2008)
Steffen Kallinowsky: Konzeptionelle Alternative, sowohl inhaltlich als auch visuell mit dem Dauerthema "Afghanistan" anders als gewohnt umzugehen...
Ein Buch über den Krieg in Afghanistan gestalten – als Diplomarbeit?
Man muss kein kritischer Dozent sein, um bei diesem Thema größte Zweifel zu bekommen. Zu oft sind Fotos und persönlichen Notizen über Krieg und Elend nur Material und Gerüst für sachliche bis zynische Distanziertheit oder voyeuristische Scheinbetroffenheit. Alles gut verpackt als Reportage oder Insiderbericht.
Es hatte sich aber schnell gezeigt, dass die Befürchtungen der betreuenden Dozenten und externen Prüfer unbegründet waren. Im Gegenteil – schon im ersten Ansatz hatte sich Simone Uetz-Fugels Arbeit als konzeptionelle Alternative gezeigt, sowohl inhaltlich als auch visuell mit dem Dauerthema "Afghanistan" anders als gewohnt umzugehen.
Uwe D.'s Einsatztagebuch, Notizen und Interviewaussagen bilden die unverkünstelte, nüchterne und doch persönliche Sicht eines Soldaten der die Realität vor Ort erlebt hat. Auch wenn es nur ein Ausschnitt ist, wird daraus eine eindringliche Schilderung all der Widersprüche und Probleme dieser Mission, die wir zu Hause nicht erfahren und nur journalistisch geglättet übermittelt bekommen – oder ignorieren, weil wir es gar nicht wissen wollen.
Soldaten bekommen Aufträge, die sie erfüllen sollen. Unter Umständen können und dürfen sie nicht einmal darüber nachdenken. Mit Zweifeln und Fehlern – mit dem was falsch oder richtig ist – müssen sie oft genug alleine klarkommen. Was bleibt ist das Gefühl, mit dem was man erlebt alleine zu bleiben und von der Außenwelt nicht verstanden zu werden.
Hauptfeldwebel D.'s Eindrücke visuell gekonnt verschränkt mit Fotos, Hintergrundinformationen und Meldungen der Weltpresse, machen die Dichte des Buches aus. Und erreichen damit auch eine neue Qualität gegenüber all dem – was über das Thema Afghanistan in Bild und Text an uns herankommt.
Weiß der Bundesbürger was diese Mission für den Einzelnen dort bedeutet? Ahnt er es oder will er es gar nicht so genau wissen. Manch einer wird sich beruhigen – Berufssoldaten müssen mit diesem Risiko und den Belastungen leben – eben dem Berufsrisiko. Das müssen Feuerwehrmänner, Polizisten und Bergretter auch.
Und doch gibt es einen Unterschied.
Wenn ein Staat seine unformierten Bürger in eine risikoreiche Mission schickt, sollte er sie mit dem besten Material ausstatten – eigentlich eine Selbstverständlichkeit und als ihr Arbeitgeber, Teil seiner Fürsorgepflicht. Aber deren physischen und psychischen Belastungen und ihre Folgen der Öffentlichkeit zu kommunizieren und als zwangsläufige Folge einer politischen Entscheidung zu verantworten gehören auch dazu.
Schon deshalb sollten alle die (demnächst) wieder darüber zu entscheiden haben die “randnotizen“ lesen.
Steffen Kallinowsky
corporate architects, Erlangen
(Schulleiter 2006 und Mitglied der Prüfungskommision an der Schule für Gestaltung Ravensburg)
Georg Engels: Das Buch spiegelt dabei die innere Zerrissenheit der handelnden Personen, die Zwiespältigkeit der Politik, die Situation der Bevölkerung zwischen Zerstörung und Neubeginn usw. in Layout und Grafik perfekt wider...
Georg Engels von Braun Engels Gestaltung, Ulm
Zur Diplomarbeit "randnotizen"
von Simone Uetz-Fugel
Schule für Gestaltung Ravensburg 2006
Randnotiz eines Randbeteiligten
Ein ungewöhnliches Buch: Der Umschlag ist in Reste einer gebrauchten Camouflage-Uniform eingebunden, im Innern sind Bilder und Texte in unkonventioneller Weise miteinander verwoben; es geht scheinbar kreuz und quer. In den Rahmen gewohnter Buchrezeption – von Bildband bis Belletristik – passt diese Publikation nun wirklich nicht. Trotzdem stellt sich beim Leser nicht Ablehnung oder negative Irritation ein, sondern vor allem Neugier. Und der Wunsch, in die verschiedenen Schichten des Buches nach und nach einzutauchen. Dieses Interesse ist sicher auch dem spekulativen Thema des Buches selbst geschuldet, das hier aber in höchst innovativer Weise – inhaltlich wie gestalterisch – aufbereitet wurde.
Ästhetisch inszenierte, teilweise sehr persönliche Schwarzweißfotos aus der heimischen Welt des portraitierten Soldaten, raue Aufnahmen aus dem Alltag des Auslandseinsatzes, scheinbar touristisch bis klischeehaft anmutende Fotos aus Afghanistan und schließlich Reportagebilder mit teilweise schockierenden Inhalten bilden die vordergründig wirksame und sehr heterogene Bildwelt. Der Rhythmus des Layouts und die eigenwillige aber konsistente – fast ebenso vielschichtige – Textwelt und ihre gekonnte Umsetzung in Typografie halten das Buch überraschenderweise formal strikt zusammen. Die verschiedenen Bild- und Text-Layer erschließen sich dabei aufgrund der herausragenden Gestaltungsleistung beinahe selbstverständlich und fügen sich zu durchgängigen Geschichten innerhalb der Gesamtgeschichte zusammen. Selbst das Drehen des Buches, das dem Leser abverlangt wird, wenn er bestimmte, miteinander in Zusammenhang stehende Inhalte erfassen möchte, passiert intuitiv und wird nicht als Gängelei empfunden.
Die Inszenierung der einzelnen Doppelseiten als Tableaus, im ersten Eindruck noch als collagehaft wahrgenommen, erweist sich bei näherer Betrachtung als meisterhafte gestalterische Leistung der Designerin; hierbei besonders der Umgang mit Freiflächen, der Aufbau von visueller Spannung durch die Anordnung und Entschiedenheit der Bilder, ihre teilweise radikalen Zusammen- und Gegenüberstellungen und das Verweben mit den grafisch sauber codierten, aber komplexen Textwelten. Dass die Bilder zu großen Teilen aus Beständen des Portraitierten stammen, genau so wie viele der Texte, lässt erahnen, welch umfangreiche und konsequente inhaltliche und redaktionelle Arbeit hinter dem vorliegenden Ergebnis und der eigentlichen gestalterischen Arbeit standen.
Diese differenzierte und tief gehende Auseinandersetzung mit den Inhalten und den vorgegebenen oder selbst erstellten Materialien präsentiert sich im fertigen Buch nicht als oberflächliches Sampling, sondern als kühn und präzise entworfene Layout-Architektur, welche die Rezeption von Thema, Bild und Text perfekt und sublim unterstützt. Das Buch spiegelt dabei die innere Zerrissenheit der handelnden Personen, die Zwiespältigkeit der Politik, die Situation der Bevölkerung zwischen Zerstörung und Neubeginn usw. in Layout und Grafik perfekt wider, ohne selbst Chaos zu werden oder zu erzeugen. Im Gegenteil, es offeriert seinen Lesern eine komplexe Ordnung des nicht mehr zu Ordnenden und Einzuordnenden – zumindest in der Ebene des visuell Wahrnehmbaren. Das Kommunikationsergebnis ist: Eindringlichkeit.
Das Buchprojekt von Simone Uetz-Fugel wurde von einer international besetzten Fachkommission als Diplomarbeit im Fachbereich Gestaltung/Informationsdesign mit der Note sehr gut bewertet.
Georg Engels
Betreuender Dozent an der Schule für Gestaltung Ravensburg
Zur Diplomarbeit "randnotizen"
von Simone Uetz-Fugel
Schule für Gestaltung Ravensburg 2006
Randnotiz eines Randbeteiligten
Ein ungewöhnliches Buch: Der Umschlag ist in Reste einer gebrauchten Camouflage-Uniform eingebunden, im Innern sind Bilder und Texte in unkonventioneller Weise miteinander verwoben; es geht scheinbar kreuz und quer. In den Rahmen gewohnter Buchrezeption – von Bildband bis Belletristik – passt diese Publikation nun wirklich nicht. Trotzdem stellt sich beim Leser nicht Ablehnung oder negative Irritation ein, sondern vor allem Neugier. Und der Wunsch, in die verschiedenen Schichten des Buches nach und nach einzutauchen. Dieses Interesse ist sicher auch dem spekulativen Thema des Buches selbst geschuldet, das hier aber in höchst innovativer Weise – inhaltlich wie gestalterisch – aufbereitet wurde.
Ästhetisch inszenierte, teilweise sehr persönliche Schwarzweißfotos aus der heimischen Welt des portraitierten Soldaten, raue Aufnahmen aus dem Alltag des Auslandseinsatzes, scheinbar touristisch bis klischeehaft anmutende Fotos aus Afghanistan und schließlich Reportagebilder mit teilweise schockierenden Inhalten bilden die vordergründig wirksame und sehr heterogene Bildwelt. Der Rhythmus des Layouts und die eigenwillige aber konsistente – fast ebenso vielschichtige – Textwelt und ihre gekonnte Umsetzung in Typografie halten das Buch überraschenderweise formal strikt zusammen. Die verschiedenen Bild- und Text-Layer erschließen sich dabei aufgrund der herausragenden Gestaltungsleistung beinahe selbstverständlich und fügen sich zu durchgängigen Geschichten innerhalb der Gesamtgeschichte zusammen. Selbst das Drehen des Buches, das dem Leser abverlangt wird, wenn er bestimmte, miteinander in Zusammenhang stehende Inhalte erfassen möchte, passiert intuitiv und wird nicht als Gängelei empfunden.
Die Inszenierung der einzelnen Doppelseiten als Tableaus, im ersten Eindruck noch als collagehaft wahrgenommen, erweist sich bei näherer Betrachtung als meisterhafte gestalterische Leistung der Designerin; hierbei besonders der Umgang mit Freiflächen, der Aufbau von visueller Spannung durch die Anordnung und Entschiedenheit der Bilder, ihre teilweise radikalen Zusammen- und Gegenüberstellungen und das Verweben mit den grafisch sauber codierten, aber komplexen Textwelten. Dass die Bilder zu großen Teilen aus Beständen des Portraitierten stammen, genau so wie viele der Texte, lässt erahnen, welch umfangreiche und konsequente inhaltliche und redaktionelle Arbeit hinter dem vorliegenden Ergebnis und der eigentlichen gestalterischen Arbeit standen.
Diese differenzierte und tief gehende Auseinandersetzung mit den Inhalten und den vorgegebenen oder selbst erstellten Materialien präsentiert sich im fertigen Buch nicht als oberflächliches Sampling, sondern als kühn und präzise entworfene Layout-Architektur, welche die Rezeption von Thema, Bild und Text perfekt und sublim unterstützt. Das Buch spiegelt dabei die innere Zerrissenheit der handelnden Personen, die Zwiespältigkeit der Politik, die Situation der Bevölkerung zwischen Zerstörung und Neubeginn usw. in Layout und Grafik perfekt wider, ohne selbst Chaos zu werden oder zu erzeugen. Im Gegenteil, es offeriert seinen Lesern eine komplexe Ordnung des nicht mehr zu Ordnenden und Einzuordnenden – zumindest in der Ebene des visuell Wahrnehmbaren. Das Kommunikationsergebnis ist: Eindringlichkeit.
Das Buchprojekt von Simone Uetz-Fugel wurde von einer international besetzten Fachkommission als Diplomarbeit im Fachbereich Gestaltung/Informationsdesign mit der Note sehr gut bewertet.
Georg Engels
Betreuender Dozent an der Schule für Gestaltung Ravensburg


